Luftgüte: Deutliche Belastungen durch Berufsverkehr

Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 11:31 Uhr

Plesching/Windegg: Die nun abgeschlossenen Luftgütemessungen des Landes Oberösterreich weisen für Plesching und Steyregg deutliche Belastungen der Luft insbesondere mit Feinstaub (PM10) aus.

Die Feinstaubbelastung in den Ortschaften lag im Jahr 2010 deutlich über den gesetzlich zulässigen Grenzwerten. An beiden Stationen wurden signifikant mehr als die 25 laut Immissionschutzgesetz-Luft (IG-L) zulässigen Tage an Grenzwertüberschreitungen verzeichnet.

So wurden in Plesching im Jahr 2010 32 Tage mit Grenzwertüberschreitungen registriert, und in Windegg 33. Über die gesamte Messdauer von ca. 15 Monaten hinweg wurden in Plesching 39, und in Windegg sogar 42 Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub verzeichnet.

Die zu hohe Feinstaubbelastung der Pleschinger Luft ist in erster Linie auf den Berufsverkehr auf der Pleschinger Landesstrasse zurückzuführen. So zeigte sich an beiden Stationen ein ausgeprägter Tagesgang bei den Stickoxiden und beim Feinstaub. Die höheren Belastungen treten wochentags in den frühen Morgenstunden auf, zu gleicher Zeit mit den Spitzenbelastungen im Berufsverkehr. Sowohl in Plesching als auch Windegg waren jeweils Freitag morgens die höchsten Belastungen zu registrieren. Die Wochenenden, beginnend am Freitag etwa um 20.00 Uhr, sind durch das Fehlen des Berufs- und Schwerverkehrs deutlich niedriger belastet als die Wochentage.

Unmittelbare Konsequenzen für die betroffenen Ortschaften sind trotzdem keine vorgesehen. Die gesetzlich in diesem Fall vorgeschriebene Statuserhebung will das Land entfallen lassen, da Steyregg bereits seit Jahren als Luft-Sanierungsgebiet ausgewiesen ist.  Gebracht hat das bis heute jedoch nicht viel. Maßnahmen gegen die immer höhere Verkehrs- und damit auch Feinstaubbelastung in den Ortschaften Plesching und Windegg sind bis heute ausständig. Nicht zuletzt war die Ausgangslage zum Zeitpunkt der Erlassung des Luftsanierungsgebietes Steyregg eine völlig andere als heutzutage, in der immer weniger die Industrie, und immer mehr der Verkehr für erhöhte Feinstaubemmissionen verantwortlich zeichnet.

Die seit Herbst 2010 für den Landeshauptmann bestehende Möglichkeit zur Einrichtung einer Umweltzone auf der Pleschinger Landesstraße blieb trotz der hohen Luftbelastung bis heute ungenutzt. Jedoch wäre gerade die Errichtung einer Umweltzone, und somit die Verbannung der alten und stark verschmutzenden Fahrzeuge von der Pleschinger Landesstrasse das Mittel der ersten Wahl, um die starke Luftbelastung in den Ortschaften unverzüglich und ohne große Investitionen zu reduzieren. Nach dem Urteil des europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2008 sind die verantwortlichen Behörden  (der Landeshauptmann) bereits bei Gefahr der Überschreitung von Grenzwerten zum Handeln verpflichtet. So müssen wirksame Aktionspläne erstellt werden um die Gefahr des Überschreitens von Grenzwerten zu minimieren.

Anstatt Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung umzusetzen, wird weiterhin am Ausbau des Autobahnanschlusses Universität als Vollanschluss festgehalten. Obwohl offensichtlich, daß dieses Bauprojekt zu einer weiteren Verkehrszunahme auf der Pleschinger Landesstrasse führen wird, weisen Stadt Linz und das Land solche Bedenken weiterhin zurück. Nach dem Wegfall des Westring-Nordtunnels und der immer prekärer werdenden Linzer Verkehrssituation - insbesondere auf der VÖEST-Brücke - scheint man im Land- und Rathaus keine anderen Weg mehr zu sehen, als einen Teil des Verkehrs von der überlasteten VÖEST-Brücke über die Pleschinger Landesstrasse und die Steyregger-Brücke abzuleiten. Mit offensichtlichen Konsequenzen für die Luftsituation im Sanierungsgebiet Plesching und Windegg.

Anlagen:
 Inspektionsbericht[Luftgüte-Messbericht des Landes Oberösterreich für Plesching und Steyregg]2574 Kb